Bezirksgeschäftsstelle
Unsere Bezirksgeschäftsstelle befindet sich direkt gegenüber vom Hamburger Hauptbahnhof.
Hier könnt Ihr uns unter folgender E-Mail erreichen:
E-Mail: AK-Zub@gdl-nord.de Öffnungszeiten:
Mo - Do 08.30 - 16.00 Uhr
        Fr 08.30 - 14.00 Uhr



  Prellbock der Bahn ? Fahrgastrechte Ticketverkauf  
 
  Zub Flyer Juli 2009      


 


Bordpersonal - Prellbock der Bahn ?


Selbstbehauptung ist nicht Selbstverteidigung

sondern

D  e  e  s  k  a  l  a  t  i  o  n  !!!!

Quelle:AK-Zub

Wie reagiere ich richtig ?

  • Situation erkennen und darauf eingehen
  • Verhältnismäßigkeit der Dinge abschätzen
  • Fragen stellen und Interesse zeigen
  • Selbstbewusstes Auftreten – aber nicht provozieren
  • Beruhigend wirken, z. B.: leise und langsam reden
  • Blickkontakt Gegenüber ausreden lassen Verbündete suchen
  • Fahrgäste zur Hilfe auffordern
  • Fluchtwege suchen und auf Eigensicherung achten
  • Keine Kompetenzüberschreitungen
  • Amtshilfe über TP anfordern (BUNDESPOLIZEI oder Landespolizei)

Der Arbeitgeber steht in der Pflicht für regelmäßige Deeskalationsschulungen zu sorgen!!!

Gewalt erzeugt Gegengewalt

Selbstverteidigung ist ein schmaler Grad zwischen Notwehr und Straftat !

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Die neuen Fahrgastrechte


Am 29. Juli tritt das neue Fahrgastrecht in Kraft, das den Reisenden einen besseren Schutz bei Verspätungen und Zugausfällen bietet. Der Bundesrat hat einem entsprechenden Gesetzentwurf zugestimmt, der den Verbrauchern mehr Rechte zubilligt und über die bisherige Selbstverpflichtung der Deutschen Bahn hinausgeht.
Bei größeren Bahnverspätungen und Zugausfällen werden Bahnreisende im Nah- und Fernverkehr entschädigt: Über Teilerstattungen des Ticketpreises sowie von Taxi- und Hotelrechnungen.
Der Kunde hat künftig ein Wahlrecht bei der Entschädigungsform zwischen der Ausgabe eines Gutscheins oder der Auszahlung des Geldbetrages. Die Fahrgastrechte gelten einheitlich von der S-Bahn bis zum ICE über alle Eisenbahnverkehrsunternehmen. Gehaftet werden muss dabei für die gesamte Reisekette, sofern diese auf einer Fahrkarte abgebildet ist. Der neue Rechtsanspruch nimmt EU-Recht vorweg.

Hier im Überblick die Regelungen die das Gesetz vor sieht:
Entschädigung im Nah- und Fernverkehr:
Kommt der Fahrgast mindestens eine Stunde verspätet am Zielort an, ist ein Viertel des Preises für die einfache Fahrt zu erstatten, bei mindestens zweistündiger Verspätung steigt die Entschädigung auf die Hälfte des Ticketbetrags. Die Regelung gilt auch dann, wenn ein Fahrgast wegen einer vergleichsweise kleinen Verspätung seinen Anschluss verpasst hat. Maßgeblich dafür ist die auf der genutzten Fahrkarte abgebildete Reisekette. Entschädigungen unter 4,- € werden nicht ausgezahlt.
Zeichnet sich eine Verspätung von mehr als 60 Minuten ab, kann der Fahrgast auch von einer Fahrt absehen und Erstattung des kompletten Fahrpreises verlangen oder die Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt auch mit geänderter Streckenführung antreten.

Produktübergang:
Ist im Nahverkehr eine Verspätung von mindestens 20 Minuten absehbar, kann der Fahrgast - soweit möglich - auch Fernverkehrszüge wie IC oder ICE nutzen. Der Kunde muss den Produktübergang zunächst bezahlen und kann die Mehrkosten danach geltend machen. Das gilt nicht bei Zügen mit Reservierungspflicht wie beim City Night Line oder ICE Sprinter. Außerdem sind erheblich ermäßigte Fahrscheine (z.B. Schönes-Wochenende-Ticket und Länder-Tickets) von dieser Regelung ausgeschlossen.

Taxiregelung:
Im Nahverkehr (maßgeblich ist der Geltungsbereich der Fahrkarte) werden die Fahrgäste bei Verspätungen oder Zugausfällen auf andere Verkehrsmittel, wie Bus und Taxi, ausweichen können. Als Aufwendungsersatz hierfür sind bis zu 80,- € vorgesehen. Das gilt bei einer drohenden Verspätung von 60 Minuten und einer fahrplanmäßigen Ankunftszeit zwischen 0.00 Uhr und 5.00 Uhr. Ebenfalls bei Ausfall eines Zuges, sofern es sich dabei um die letzte fahrplanmäßige Verbindung des Tages handelt und der Zielbahnhof ohne die Nutzung eines anderen Verkehrsmittels nicht mehr bis um 24 Uhr erreicht werden kann. Wenn möglich sollen in diesen Fällen auch weiterhin Taxigutscheine ausgegeben werden.
Der Fernverkehr wird den Produktübergang und die Taxiregelung übernehmen und den Kunden auf Basis der Beförderungsbedingungen anbieten.

Hotelregelung:
Bei mehr als 60 Minuten Verspätung ist eine kostenlose Hotelunterkunft anzubieten, wenn wegen der Unpüktlichkeit oder des Ausfalls eine Übernachtung erforderlich wird.

Sonderregelungen:
Bei Streckenzeitkarten des Fern- und Nahverkehrs, Verbundzeitkarten sowie Pauschaltickets, wie z.B. Länder-Tickets, gelten ab einer Verspätung von 60 Minuten pauschale Entschädigungssätze:

Im Nahverkehr 1,50 € in der 2. Klasse und 2,25 € in der 1. Klasse
Im Fernverkehr 5,00 € in der 2. Klasse und 7,50 € in der 1. Klasse
bei vorhandener Mobility BahnCard 100 gelten 10,00 € in der 2. Klasse und 15,00 € in der 1. Klasse.

Die Einreichung der Verspätungen soll gesammelt nach Ablauf der Gültigkeit (Wochen- / Monatskarte) bzw. bei Überschreitung der Bagatellgrenze (Jahreskarte etc.) in Höhe von 4,00 € erfolgen. Eine Entschädigung erfolgt erst, wenn die Bagatellgrenze erreicht bzw. überschritten ist. D.h. dass bei Zeitkarten des Nahverkehrs mindestens drei (2. Klasse) bzw. zwei (1. Klasse) Verspätungen im relevanten Bereich vorliegen müssen.

Wie erhält der Kunde die Entschädigung:
Der Weg zur Entschädigung erfolgt küftig über ein bei allen Bahnen deutschlandweit gültiges Fahrgastrechte-Formular. Das Formular erhält der Kunde im Zug von mitfahrenden Kundenbetreuern (nicht beim Triebfahrzeug-/Lok-führer), am DB Service Point, im DB Reisezentren und -Agenturen oder als Online-Formular unter www.bahn.de/Fahrgastrechte. Die Bestätigung der Verspätung auf dem Fahrgastrechte-Formular erhält der Kunde bei mitfahrenden Kun- denbetreuer (nicht beim Triebfahrzeug-/Lokführer) oder innerhalb von fünf Tagen am ServicePoint. Der Kundenbetreuer kann dabei nur Verspätungen ab 60 Minuten für den eigenen Zug bestätigen.
Die Entschädigung erhält der Kunde sofort bei Abgabe des ausgefüllten und bestätigten Formulars plus Originalfahrkarte im DB Reisezentrum oder DB Agentur. Bei Einsendung des Formulars plus (Kopie der) Fahrkarte beim Servicecenter Fahrgastrechte erhält der Kunde die Entschädigung alternativ per Überwei- sung oder als Gutschein per Post.
Die Erstattung von zusätzlichen Kosten (z.B. Taxi oder Hotel) erfolgt nur durch das Servicecenter Fahr- gastrechte. Hierzu ist die Einsendung der Originalbelege zu den zusätzlichen Aufwendungen notwendig. Ebenso erfolgt die Entschädigung von Zeitkarten nur durch das Servicecenter Fahrgastrechte.
Das Recht auf Entschädigung kann der Kunde auch durch einen Brief an das Servicecenter geltend machen.

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Ticketverkauf im Zug wieder einführen

Quelle Voraus 3.2009
Ob Kundenbetreuer im Nahverkehr oder Zugbegleiter im Fernverkehr - beide kennen die Problematik, dass Reisende einen Fahrschein, noch nachdem der Zug den Bahnhof bereits verlassen hat, nachlösen möchten.
Doch während Kunden im Fernverkehr ihr Ticket weiterhin nachträglich lösen können, wurde diese Möglichkeit im Nahverkehr im April 2007 abgeschafft. Damals hatte die Deutsche Bahn versucht, die Zahl der so genannten "Graufahrer" einzudämmen. Das waren Fahrgäste, die möglichst weit weg vom Kundenbetreuer im Nahverkehr (KiN) einstiegen und darauf hofften, dass sie nicht kontrolliert werden. Kam dann der KiN tatsächlich durch, bezahlten sie nur den normalen Fahrpreis, und auch den erst ab der Station, an der der Zug zuletzt gehalten hatte. Erleichtert haben den Ticket-Schwindel auch die neuen Doppelstockwagen. Motto: Kommt der Zugbegleiter unten durch, gehe ich oben in den schon kontrollierten Wagen
In der Vergangenheit hatte die Bahn stets behauptet, dass sich die Abschaffung des Ticketverkaufs im Zug bewährt habe. Das scheinbar gelöste Problem der Schwarz- und Graufahrer wurde erst durch die publizitätsträchtigen Fälle, bei denen Kinder ohne gültigen Fahrausweis erwischt und zum Verlassen des Zuges aufgefordert wurden, wieder aktuell.

Verkauf technisch stets möglich

Dass es nie an den technischen Möglichkeiten für den Ticketverkauf im Zug gemangelt hatte, davon waren die KiN stets überzeugt. Schließlich hatte das entsprechende Gerät, das Mobile Terminal MT2, alle entsprechenden Optionen. Die Wahrheit ist: Der Reisende sollte mit aller Macht an den Fahrkartenautomat gedrängt werden.
Dass es auch anders und noch dazu relativ schnell in der Umsetzung geht, zeigt eine erst kürzlich durch die Transportleitungen an die Kundenbetreuer versendete SMS mit folgendem Wortlaut: "Sehr geehrte Damen und Herren, bei eingeschränktem örtlichen Vertrieb findet der Fahrscheinverkauf zeitlich befristet im Zug statt ...". Kurzerhand per SMS wurden also die KiN informiert, dass es nun doch möglich ist, Fahrscheine im Zug zu verkaufen. Was mögen da die Reisenden gedacht haben, denen es bisher, auch bei höchster Zeitnot, versagt wurde, im Nachhinein ein Ticket zu erwerben?
Der GDL liegen Berichte vor, in denen Kundenbetreuern genau diese Frage gestellt wurde. Gehört es nicht auch zum Service, den Reisenden, denen es aufgrund verschiedener Umstände nicht möglich ist ein Ticket rechtzeitig zu erwerben, Hilfestellung anzubieten? Ein geringer Aufpreis kann diese Ausnahmen durchaus in Grenzen halten.

Einige Regionen stellen wieder auf Service um.

In einigen Regionen, etwa bei den bayerischen Nahverkehrszügen, ist der Fahrkartenverkauf in Nahverkehrszügen wieder erlaubt - allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen und außerhalb des Münchner Verkehrs und Tarifverbundes (MVV) und anderer Verkehrsverbünde. Voraussetzung ist, dass die Züge von einem Kundenbetreuer begleitet werden. Gedacht ist der Service für Menschen, die zeitlich knapp zum Zug kommen und keine andere Möglichkeit haben, schnell ein Ticket zu erwerben.
Die Anregung zur Wiedereinführung des Fahrscheinverkaufs im Zug kam aus dem Kreis der Kundenbetreuer. Immer wieder hatten sie mit Situationen wie dieser zu tun: Abgehetzt kommt ein Fahrgast ohne Ticket kurz vor Abfahrt zum Zug. Ein Automat ist nicht in der Nähe. Regelmäßig setzten dann Debatten ein, ob der Fahrgast ein Ticket erhält oder erst eines am Automaten erwerben muss und somit seinen Zug versäumt.

Bundeseinheitliche Regelung notwendig

Nach Ansicht der GDL ist die Wiedereinführung des Fahrscheinverkaufs im Zug ein erster Schritt in die richtige Richtung. Allerdings sollte die DB in Absprache mit den Verkehrsverbünden bundeseinheitliche Regelungen einführen. Denn ein Reisender wird es nicht verstehen, wenn er in Bayern noch zum Zug hetzt und während der Fahrt das erlösende Ticket beim KiN erhält, dass ihm in Thüringen in derselben Situation dann eine Fahrpreisnacherhebung von 40 € oder der Ausstieg an der nächsten Station droht.
Wenn darüber hinausjeder Zug mit einem KiN besetzt würde, hätte das nicht nur eine abschreckende Wirkung auf die Schwarz- und Graufahrer, sondern würde zugleich den Service für die Reisenden sichtbar erhöhen und der Offentlichkeit vermitteln, dass der Begriff Dienstleistung" bei der Deutschen Bahn nicht in Vergessenheit geraten ist.

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